Wir erklären euch hier in Anlehnung an den "Rosa Turm" von Maria Montessori die zehn wichtigsten Punkte der Montessori-Pädagogik. Dieser Turm normalerweise aus 10 Würfeln, deren Kanten von 10 cm (unten) bis 1 cm (oben) lang sind. Analog dazu beginnen wir unten mit dem wichtigsten Element der Montessori-Pädagogik.
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Basis der Montessori-Pädagogik ist die Grundannahme, dass jedes Kind selbst seine Entwicklung bestimmt. Wir Erwachsenen können sie fördern oder hemmen, aber niemals umkehren oder verbiegen. Das Kind trägt seinen "inneren Bauplan" in sich. Im Laufe seiner Entwicklung durchläuft es dabei verschiedene Phasen, in denen es für ausgewählte Lernprozesse besonders empfänglich ist – die sogenannten sensiblen Phasen. Es gilt sie zu erkennen und zu nutzen. Späteres "Nachholen" ist ungleich schwerer und weniger erfolgreich. |
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Das Kind hat bei seiner Arbeit die freie Wahl. Es entscheidet nicht nur über den Gegenstand seiner Beschäftigung selbst, sondern auch darüber, mit wem, wie lange und wie oft es daran arbeitet. Nur so ist es möglich, eine der jeweiligen sensiblen Phase entsprechende, konzentrierte und motivierte Tätigkeit zu finden. |
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Der Erzieher oder Lehrer beobachtet das Kind und unterstützt es. Er bestimmt nicht die Entwicklungsrichtung, sondern hilft dem Kind, seinen Weg zu finden. Das verlangt einen geduldigen Pädagogen mit Achtung und Vertrauen in die Persönlichkeit des Kindes. Montessori sprach sogar von Demut. |
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Um sich jederzeit seiner sensiblen Phase und seinen persönlichen Voraussetzungen gemäß weiterzuentwickeln, braucht das Kind eine vorbereitete Umgebung, die vielfältige Anreize bietet, aus denen es frei wählen kann. Alle Entwicklungsmaterialien müssen verfügbar sein und in offenen Regalen oder anderweitig zugänglich aufbewahrt werden. Montessori unterschied fünf Bereiche: die Übungen des täglichen Lebens, die Sinneserziehung, die Sprache, die Mathematik und die kosmische (naturwissenschaftliche, ethisch-religiöse) Erziehung. |
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Die Kinder arbeiten mit Entwicklungsmaterial. Das sind keine Lernspiele zum Einüben bereits erarbeiteten Wissens. Sie ermöglichen dem Kind vielmehr selbst, die Welt zu begreifen, ohne dass es dafür einer grundlegenden Einführung durch den Pädagogen bedarf. Es kann damit selbst seine Kenntnisse und Fertigkeiten weiterentwickeln. Es bietet fast immer den Anreiz zur Bewegung und Schulung der Sinne. Die verschiedenen Entwicklungsmaterialien bauen systematisch aufeinander auf und unterstützen wesentlich den Intelligenz- und Persönlichkeitsaufbau des Kindes. Ihre Ästhetik und Handhabung wirken aktivierend, ohne das Kind zu überfordern. So begrenzt sich jedes Material auf einen Lerngegenstand und erlaubt jedem Kind, sein Ergebnis selbst zu kontrollieren. Für Kinder mit Entwicklungsstörungen lässt sich das Material nach heilpädagogischen Gesichtspunkten variieren. |
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Die Kinder können auf diese Weise einen individuellen Lernweg finden. Dieser wird von ihren Interessen und Bedürfnissen, ihren körperlichen und geistigen Voraussetzungen geprägt. Über- und Unterforderung oder gar Desinteresse werden so vermieden. Das Kind findet seinen eigenen Rhythmus, entscheidet selbst, wo es verweilt, was es wie oft wiederholt. |
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Oft schauen sich die Kinder den Umgang mit den Montessori-Materialien von anderen Kindern ab. Zur richtigen Handhabung von bestimmten Materialien ist aber oftmals eine Darbietung durch den Pädagogen nötig. diese Demonstration erfolgt am besten in einer Einzellektion. Montessori entwickelte dazu die Drei-Stufen-Lektion. |
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Beobachtung gehört zum pädagogischen Alltag, um zu erkennen, wo Hilfe nötig ist. Die Vollkommenheit der Handhabung des Materials durch die Kinder ist dabei ein wichtiges diagnostisches Moment, aber auch die Selbstständigkeit, Zielstrebigkeit, Konzentrationsfähigkeit u. a. m. |
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Ordnung im Kopf kommt nicht von ungefähr. Die Ordnung, die unsere Kinder außen erkennen, verinnerlichen sie auch. Die Strukturen des Materials und der Umgebung ermöglichen auch eine Strukturierung im Denken. Übersichtlichkeit gemäß von Kindern nachvollziehbare Ordnungskriterien und eine Begrenzungen des Arbeitsbereiches sind dabei besonders wichtig. Aber auch die soziale Ordnung, die Regeln des Miteinandern bestimmen spätere Maßstäbe wie Verantwortung, Solidarität und Vorbild. |
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Aufgrund des Freiraums, den eigenen Interessen nachzugehen und sich selbst zu kontrollieren, erfahren die Kinder ein Maximum an Selbstständigkeit. Sie erhalten die Möglichkeit sich in Ruhe, auf den Punkt ihres Interesse einzulassen. Montessori nannte das die Polarisation der Aufmerksamkeit. Damit fallen viele, vor allem sozial erworbene Entwicklungsstörungen ab. |